HoGeSa Gegendemo in Köln
     
          26.10.2014
          
          Heute demonstrierten in Köln am Bahnhof etwa 4500 Rechte und Hooligens die sich im Bündniss HoGeSa (hooligans geges Salafisten) zusammen geschlossen hatten gegen eine angebliche Islamisierung Deutschlands.
          
          Den 4500 rechten Demonstranten auf der Nord-Ost Seite des Bahnhofs standen 2000 Gegendemonstranten auf der Süd-West Seite des Bahnhofs entgegen. Meiner Schätzung nach waren etwa 800 Polizisten im Einzatz, die sich zu 90 Prozent auf die Eindämmung der Hooligans beschränkten.
          
          Die friedliche Gegendemonstration an der ich teilnahm stand eine ganze Weile als Versammlung zwischen dem Kölner Dom und dem Bahnhof. Es gab zahlreiche Redebeiträge, Instant- und LiveMusik aus dem Lautsprecherwagen. Eher langweilig so ganz ohne Blickkontakt. Ich will mich ja nich selbst begucken, sondern den Nazis Gegenwind zeigen.
          
          Es kam zu keinem Moment zu einem Sichtkontakt zwischen den beiden Demonstrationen. Vermutlich war das auch besser so, denn die Hooligans hatten ihrem Namen zur Ehre zu ihrer überzahl auch Gewaltbereitschaft mitgebracht.
         Schliesslich setzte sich unsre Demonstration richtung Westen in Bewegung. „A - Anti - Antikapitalista“, „Nazis raus!“, „Wir wollen keine Nazischweine“ lautet es aus dem Demonstrationszug.
          Nach etwa einem Kilometer wird die Demonstration aufgelöst. Wir setzen mit einem grossteil der Demo den Weg zum AZ Köln fort. Interessanterweise ohne polizeiliche Begleitung, ohne Verkehrsregelung. Anscheinend werden alle Polizeikräfte auf der Nort-Ost Seite des Bahnhofs konzentriert, wo die Polizei derweilen gerüchteweise mittels Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern mit den Demoteilnehmern kommuniziert.
          
          In der Reisegruppe zu der ich mich zugehörig fühle fällt der Beschluss, zurück nach Düren zu fahren. Nur, wie schaut es am Bahnhof aus? Sicherheitshalber kleiden wir uns in Bürgi-Camo um. So könnten wir uns ggf übergriffsfrei eine S-Bahn mit den Nazis zu teilen.
          Unser Zug fährt auf Gleis 12. Das Gleis grenzt direkt an den Breslauer Platz im Nord-Osten an, wo sich die Nazis versammelt hatten. Von Nazis zeugt hier noch ein umgeworfener Einsatzwagen der Polizei. Ein Strassenreinigungswagen beseitigt die letzten braunen Spuren.
          
          Den Tag darauf sehe ich mir ein paar Videos von der Nazi Demo auf Youtube an und bekomme erst jetzt einen Eindruck vom Nazi Aufmarsch. Die Nazis waren uns zahlenmäßig weitaus überlegen. Das Polizeiaufgebot erscheint mir unverhältnissmäßig knapp. Ein gutes Gegenbeispiel ist sicherlich der antikapitalistische Kampf via Blockupy, bei dem vermutlich für jeden Demonstranten ein Polizist bereit standen.
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