Nicht mein Tag
     
          12.11.2014
          
          Eigentlich hatte ich heute morgen vor, an einem Prozess gegen einen Aktivisten zuzusehen. Leider habe ich verschlafen.

 Die Anzeige erfolgte auf einer Spontandemonstration in Düren im Rahmen des Klimacamps 2013.
Dem Angeklagten wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

Ich beschliesse, am Radkasten des ACAT weiterzubauen. Trotz einer Schale Haferflocken zum Frükstück fehlt mir die nötige Energie. Ich komme nur schleppend voran und fühle mich niedergeschlagen. Das Seitenblech lässt sich im zusammengebauten zustand nur schwierig in der Zielregion am Radkasten platzieren. Erst nachdem ich ein Stück des Winkelprofils von der Bodenplatte wegschneide passt es.
Hunger zwingt mich zu einer Pause. Die WAA:Gemüsevorräte sind sehr dürftig. Ich esse ein paar unreife Tomaten vom Strauch.
Ich beginne, Löcher für die Nieten zu bohren. Die richtigen Positionen für die Bohrungen zu treffen ist garnicht so einfach da die Wand mangels stabilisierender Verstrebungen leicht gewölbt ist und das Blech in seiner soll-Position etwas auf Spannung sitzt.

Der Angeklagte und die Aktivisten die den Porzess begleitet hatten kommen zurück: Freispruch. "Die Amtshandlung der Polizei war rechtswidrig und somit war der Widerstand nicht illegal." Im WAA:Seminarraum wird auf den Sieg angestossen. Ich bin draussen und arbeite am ACAT. Dieses Blech werde ich noch anbringen, dann mache ich Schluss für heute.
Der Angeklagte und die Aktivisten die den Porzess begleitet hatten kommen zurück: Freispruch. "Die Amtshandlung der Polizei war rechtswidrig und somit war der Widerstand nicht illegal." Im WAA:Seminarraum wird auf den Sieg angestossen. Ich bin draussen und arbeite am ACAT. Dieses Blech werde ich noch anbringen, dann mache ich Schluss für heute.
         foto löcher bohren Ich reinige den Bereich der Seitenwand und schmiere die Klebeflächen mit Polymerkleber ein. Ich spanne das wiederwillige Blech mit einer Schraube in seine soll-Position. Beim Vernieten entstehen leider unplanmäßig grosse Fugen. Ich fülle sie mit Polymerkleber auf.

Feierabend. Vielleicht schaffe ich es ja nun mal, meinem politischen Anspruch gerecht zu werden und mal ein Paar Artikel zum Hambacher Forst auf meinen Blog zu stellen?

Ich betrete die Siegesfeierlichkeiten und bekomme zahlreiches begeistertes Feedback zu meiner Fahrradkonstruktion was mich sehr erfreut. Anschluss in die Runde bekomme ich dennoch zunächst nicht, da Getränke und Fressalien Palmfett-, Alkohol- und Koffeinbedingt unkompatibel zu meinem Ernährungsplan sind. Ich zauber mir ein paar hauchdünne Bratkatoffeln und Polenta.

Mir wird aus der Runde hilfe beim Bau angeboten. Jetzt direkt wär Zeit. Ich habe eigentlich keine Lust, willige jedoch ein, die Lust kommt dann später. Wir beginnen, die Gegenüberliegende Seitenwand des Radkastens vorzubereiten. Es müssen Bohrungen für die Verbindung zwischen Seitenwand und den Winkelprofilen gesetzt werden. Ich bin bemüht, meinen Helfer in den Prozess zu integrieren. Hier und da mal festhalten ist schon hilfreich. Bei der dritten Bohrung löst sich der Bohrer aus dem Futter und steckt fest. Beim versuch, ihn wieder in die Bohrmaschine einzuspannen, bricht er ab. So ein Mist. Das war mein letzter Bohrer und ich hab kein Geld mehr. Mir wird finanzielle Hilfe zum Kauf eines neuen Bohrers angeboten. Das annehmen fällt mir schwer, aber was wär die Alternative? Flaschen sammeln? Ladendiebstahl? Ich willige ein und lade meinen Helfer zu einem Bohrer schleifworkshop ein.
         Der Bohrer lässt sich jedoch nicht mehr anschleifen, da er zu weit unten abgebrochen ist. An dieeser Stelle ist nach dem Schliff die Querschneide etwa 2/5 so gross wie der Bohrerdurchmesser. Entscheidend zu viel. Wir verheizen noch einen der taugenichts Doppelendenbohrer, die ich mal im 10er Pack gekauft und mangels Qualität ausrangiert hatte um die Schleiftechnik zu üben. Mit einem frisch angeschliffenen taugenichts-Bohrer gehen wir wieder nach draussen und auf das hilflose Blech los.
Mitlerweile ist es dunkel und kalt. Der geschliffene Bohrer fasst nicht. Wir nutzen das andere Taugenichts Ende. Ich glaube, ich nörgel viel herum über die Sinnlosigkeit hier im Stockedüstern zu arbeiten. Nach ein paar Bohrungen brechen wir ab.
Mir werden 7 Euro für einen neuen Bohrer zugesteckt.
Archiv
archiv:
archiv:
2014,
2015,