Erst ignorieren sie dich,
dann lachen sie über dich,
dann bekämpfen sie dich,
..................
und dann hast du gewonnen.

Bleibe dir selber treu,
und das Tun der Anderen zeigt dir,
wie gut du wirklich bist.

(M.Gandhi)
         
RWE: Energieriese läuft Amok
     
12.11.2014



Mitten im Rheinland liegt der Hambacher Forst, eine der letzten Uhrwaldähnlichen Waldflächen Deutschlands. Neben kleinen mit Fichten aufgeforsteten Teilen sind hier sehr alte Hainbuchen- und Stieleichenbestände heimisch.
         Dieser Wald wird derzeit durch RWE abgeholzt um an die 160 m darunter liegende Braunkohle gelangen zu können. Hier wird ein funktionierendes ökosystem irreversibel zerstört und heimische Tiere, wie z.B. die vom Aussterben bedrohte Bechsteinfledermaus verdrängt.
Die Ortschaften Lich-Steinstra├č mit 1233 EinwohnerIx, Etzweiler  mit ca 1000 EinwohnerIx, Tanneck und Gesolei wurden bereits entvölkert und abgebaggert. Derzeit werden die im zukünftigen Abbaugebiet liegenden Ortschaften Morschenich mit 488 EinwohnerIx und Manheim mit 1189 EinwohnerIx umgesiedelt.

Seit dem 14.04.2012 wird der Hambacher forst von AktivistIx besetzt die gegen die Umweltzerstörung demonstrieren. Seit dem gibt es ein Katz und Maus Spiel von Räumungen und Wiederbesetzungen. Derzeit gibt es neben einer vom Eigentümer geduldeten Besetzung einer Wiese vor dem Hambacher Forst mindestens drei Waldbesetzungen.
Für die Räumungen im Hambacher Forst ist übrigens Wolfgang Spelthan zuständig. Hier lohnt es sich, gerauer hinzusehen, denn Herr Spelthan ist zudem auch Landrat von NRW und somit in allen Genehmigungsverfahren, die RWE betreffen involviert. Der verwaltungsrechtliche Weg der Organleihe macht ihn zudem zum Chef der Kreispolizeibehörde. Interessant wird es, wenn man sich vor Augen hält, dass er zudem einen Sitz im Aufsichtsrat der RWE Power AG hält, was nicht selten für Kritik sorgt, aber dieser Mann scheint zu wissen was er da tut.
         Immer wieder kommt es zu Gewaltsamen übergriffen seitens der Polizei auf AktivistIx. Ich habe es selbst oft genug miterlebt, dass Menschenn nach festnahmen von Mishandlung auf der Wache erzählen. So wie ein Aktivist, der mit einer Platzwunde an der Stirn aus der Haft kam und angab, er wurde weil er seine Personalien nicht angeben wollte mit dem Kopf vor eine Kante geschlagen. Mehrere AktivistIx berichteten von scharfen Gegenständen, die ihnen unter die Fingernägel geschoben wurden, um die Abgabe von Fingerabdrücken zu erzwingen.

Nur wenige Fälle sind öffentlich dokumentiert.

Einige wenige findet man auf Youtube. Zum Beispiel dieses hier:
Polizeigewalt am Hambacher Forst - Interview - 11. Juni 2013

In dem oben verlinkten Video schildert ein Aktivist, wie er gewaltsam festgenommen und auf der Wache bewusstlos geschlagen und gewürgt wird. Diesen Fall finde ich besonders brisant und das nicht nur da der Schlag auf den Plexus Solaris unter Umständen Zum Tode durch Reizüberflutung führen kann. Der Mediziner spricht in diesem Fall vom Reflextod, ich spreche hier von Polizeigewalt und mindestens den Straftatbestand des versuchtem Todschlags. Es ist nicht auszuschliessen, dass wiederbelebende Sofortmaßnahmen ergriffen werden mussten und wurden.
         Polizeigewalt am Hambacher Forst - Interview - 11. Juni 2013 Während des Klimacamps 2013 wurde in Manheim eine Bank entglast. Vermutlich ebenfalls durch Provokateure werden hier keine Mühen gescheut, den Protest zu kriminalisieren. Auf dem Klimacamp wurde die Aktion verurteilt, denn in das Bild von friedlichem  Protest passt diese Aktion nicht.

Anfang 2014 wurde ein Auto des den Protest stark unterstützenden Eigentümers der besetzten Wiese vor dem Hambacher Forst mit Sprühfarbe verunstaltet.

Am 15.09.2014 wurde vor dem Ort Buir die wegen des Hambacher Tagebaus verlegte A4 eröffnet. Die Bürgerinitiative Buirer für Buir veranstaltete an diesem Tag einen Trauermarsch bei dem symbolich die Ruhe Buirs zu Grabe getragen wurde.
Die Aktivisten aus dem Hambacher Forst wurden durch ein massives Polizeiaufgebot auf der besetzen Wiese und den Waldbesetzungen daran gehindert, am Trauermarsch teilzunehmen und so ihre Solidarität mit den Buirern zu bekunden.
Auch der Trauermarsch selbst wurde unnötig von der Polizei aufgehalten, was starken Zweifel an der Arbeit der Polizei aufkommen liess.
Die Büirer Bürger hatten eine Rede vorbereitet, die entgegen der vorherigen schriftlichen Versprechungen durch RWE Power zum Festakt nicht erlaubt wurde. Nichts sollte die Scheinbare Harmonie stören.
         
Die geplante symbolische übergabe einer Totengräberschaufel an den RWE Power Vorstandsvorsitzenden (CEO) Mathias Hartung resultierte in dessen Flucht. Wer Flucht als Kommunikation interpretiert versteht, dass RWE sein Wort zur Dialogbereitschaft hält und darüber hinaus viel Wertschätzung für seine Kunden übrig hat.

Nicht ungenannt will ich die aktuelle Situation lassen, die du möglicherweise bereits im ebenfalls heute erschienenen Artikel "Solidarität mit Sebastian Pietruschka" gelesen hast. In Bezug auf die dort erwähnte Munition aus dem zweiten Weltkrieg hatte nun die Polizei einen Anlass, mit mehreren Hundertschaften die Wiese nach weiteren Kriegswaffen zu durchsuchen. Hierbei wurde illegalerweise Beifang wie Handys und MP3 Spieler sowie ein Navigationsgerät beschlagnahmt.

Am 10.11.2014 wurden vermutlich mittels einer Axt die übrigens im Auto gefunden wurde, Heck- und Seitenscheiben des Autos vom Wieseneigentümer Kurt Clasen eingeschlagen.
An den Fentsern des Fahrzeugs hatte er Zettel angeklebt, die Protest gegen die A4 Umlegung und den Tagebau kundtaten. Es hätte gereicht, die Zettel abzureissen. Hier ist von einem gezielten und geplanten Angriff auf Kurt Clasen auszugehen.


RWE im Blutrausch. Erzeugen wir ein friedliches Gegenrauschen.
Rettet die Hambacher Stieleichen und Hainbuchen.
Hambacher Forst bleibt!

         
         
13.11.2014 Solidarität mit Sebastian Pietruschka Auf diese Veröffentlichung warte ich schon eine Weile. Bei einer Blockadeaktion gegen Abraumarbeiten an der alten Kohlebahn kam es wiedermal zu übergriffen auf die friedlichen AktivistIx. Da kann mann ruhig mal beherzt zuschlagen, denn von Systemkritikern ist tendenziell keine Anzeige zu erwarten. Warum auch? Wir haben mächtigere Waffen: Öffentlichkeit.

     foto: hambacherforst.blogsport.de

Herr Heinz-Bert Kaiser weiss was er da tut. Ob die Chef eines von RWE beauftragten Abbruchunternehmens nach der Veröffentlichung dieses Videos immer noch so überzeugt von seinen Taten ist, ist fraglich. Auf dem Filmmaterial ist zu sehen, wie der Firmenchef eine Morddrohung gegen die BesetzerIx ausspricht und mit einem schweeren Hammer nach ihnen schlägt. Ich habe die Originalaufnahmen gesehen und bin erstaunt, wie friedlich die AktivistIx bemessen an der Situation sind.
Aber wen wundert es, wenn man begreift, dass friedlicher Protest und Öffentlichkeit stärker sind, als jeder Hammerschlag!

Hambacher Forst bleibt!
Vimeo.com - Hambacher Forst 01.10.2014 Blockade Kaisers
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