Solidarität mit Sebastian Pietruschka
     
          12.11.2014
          
Am 30.10.2014 wurde der Klimaaktivist Sebastian Pietruschka während einer Teilräumung einer Besetzung des Hambacher Forstes festgenommen und bis heute nicht freigelassen.

Er befand sich mit anderen BesetzerIx an einer Barrikade an der Rodungskante als die Gruppe von RWE Securities überfallen und zusammengeschlagen wurde. Nun wird ihm gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Aus einem Gedächtnisprotokoll eines beteiligten AktivistIx geht hervor, dass im Vorfeld nahe der Rodungsarbeiten Pyrotechnik eingesetzt wurde um die Waldarbeiter zu stören. Es handelte sich nicht um einen Angriff, denn Waldarbeiter sind schliesslich auch nur Menschen im Würgegriff ihres Geldgebers RWE. Die Pyrotechnik wurde auf dem Waldboden gezündet mit dem Ziel, für irritation zu sorgen. Man könnte dies also getrost als harmlose Spielerei abtun.
         Der von RWE engagierte Sicherheitsdienst schien das anders zu sehen und reagierte unvorhergesehen und überraschend mit einem tätigen Angriff. "Vier Personen wurden brutal zu Boden geworfen, gewürgt und unter Androhung von weiteren physischen Schmerzen in den Schlamm gedrückt. Hierbei ist eine Person ohnmächtig geworden." liest man auf dem Habmacher Forst Blog.
Im Gedächtnisprotokoll ist das Vorgehen wie folgt festgehalten: "Ich liege schnell auf dem Boden, werde in die Pfütze gedrückt, meine Arme werden nach hinten verdreht [...] Ein Securitymensch packt mich an der Kaputze und schleift mich hinter die Fräse, [...] Meine Jacke würgt, [...] Dann sitzen zwei auf meinem Rücken, fesseln meine Arme mit Kabelbindern, ruppig und schneidend. [...] mein Kopf wird in den Matsch gedrückt, ich versuche ihn zu heben und er wird auf den Boden zurückgetreten."  Im Getummel des Angriffs durch die Securitys setzten die AktivistIx sich mit Pfefferspray zur Wehr, werden jedoch überwältigt.
Zwei Stunden lang werden sie von den Securitys gefoltert, beleidigt, genötigt und geschlagen, unter der Kleidung im Intimbereich betatscht und mit sexualisierender vulgärsprache erniedrigt, des weiteren mit Tötung bedroht.
Die erst nach zwei Stunden eintreffende Polizei erklärte die Fesselungsmaßnahmen die teils zum blau Anlaufen der gefesselten Gliedmaßen führten als überzogen, nahm jedoch insgesamt 14 AktivistIx fest. Begründet wurden die Festnahmen mit "Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz", nahe einer Barrikade wurde Munition die offensichlich aus dem zweiten Weltkrieg stammte sichergestellt.
         Des weiteren werden den Aktivisten "(schwerer) Landfriedensbruch", "Nötigung" und "(schwere) Körperverletzung" vorgeworfen. Die festgenommenen wurden aus Kapazitätsgründen auf Polizeiwachen in Düren, Jülich, Aachen und Kerpen verteilt. Die meisten gefangen genommenen kamen nach etwa 24 Stunden wieder frei. Nicht jedoch Sebastian. Er befindet sich mangels Meldeadresse wegen "Fluchtgefahr" in U-Haft in der JVA Aachen. Das hätte mich also genau so treffen können, wäre ich anwesend gewesen.

Basti schreibt in einem Brief, dass die Tage im Knast recht lange dauern. Das er sich jedoch total über Briefe freut, die er von ausserhalb bekommt. Des weiteren übt er Kritik an der Verhältnismäßkeit verschiedener Strafma&szlige; die er von anderen Gefangenen mitbekommt.

Wer Basti einen Brief schreiben möchte, kann dies über folgende Adresse tun.

Sebastian Pietruschka
Krefelder Straße 251
52070 Aachen

Zitat Basti: "Knast ist nicht, wenn ein Mensch in einer Zelle sitzt,
Knast ist, wenn die Angst im Kopf seine Zelle ist!"

Freiheit für Basti!
Hambacher Forst bleibt!


Dieser Artikel erklärt nicht nur Solidarität, er ist auch teil des bitter notwendigen Gegenwindes zur regulären Presse. Als Quellen dienten mir neben persönlichen Gesprächen folgende Artikel des offiziellen Blogs der Besetzung: http://hambacherforst.blogsport.de

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