Blumenkohl Katoffel Curry Imsouane
     
          10.12.2014
     
          Es folgte eine Neuinterpretation eines Currys das ich das erste mal während eines Marokko-Aufenthaltes kochte. Die Geschichte dazu finde ich recht amüsant, drum erzähl ich sie kurz.
          Ich war mit einem Freund zwei Wochen Lang in Marokko unterwegs. Unter anderem machten wir an der Atlantikküste in Imsouane halt um dort zu surfen. Dort besuchten wir einen kleinen Imbiss. Da der Betreiber kein veganes Speiseangebot hatte lud er mich kurzerhand in die Küche ein, mir selbst etwas zu kochen. Vermutlich hatte mein Freund mich auf arabisch als Koch des Occupy Düsseldorf Camps vorgestellt. Ich zauberte mir ein einfaches Blumenkohl Katoffel Curry mit Curcuma, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und ein wenig Nigella. Durch Dünsten löste ich Stärke aus den Katoffeln und erhielt eine sämige Sauce. Als ich am Tisch sass und gerade die erste Gabel in den Mund nahm, kamen zwei Gäste in das Lokal, deuteten zu mir herrüber und bestellten "Das, was der Herr dort auf dem Teller hat." "Das kann ich nicht kochen" erwiederte der Chef. Ich musste lachen und bot an, es für die Gäste erneut zu kochen, was der Chef jedoch ablehnte und den Gästen statdessen die Speisekarte vortrug.
          Ich habe das Gericht nach der Stadt Imsouane benannt. Immer wieder gern erinner ich mich zurück an den Marokko Urlaub. Einen Besuch dieses Landes kann ich sehr empfehlen, insbesondere ausserhalb der touristischen Gegenden oder unter der Begleitung lieber Menschen die das Land kennen.
          
          Imsouane - eine neuinterpretation anhand der verfügbaren Zutaten
          
          4       Blumenkohle, in kleine Röschen zerteilt, Stiel klein gewürfelt und seperat aufbewahrt
          3 Kg    Katoffeln, in 1 cm Rauten geschnitten.
          2       Chilischoten, getrocknet, am Stück
          1 el    Koriander, frisch gemahlen
          1 el    Cumin, frisch gemahlen
          2 cm    Ingwer, frisch! , geschält, in 1 mm Stifte geschnitten
          3 el    Curcuma, gemahlen
          2       gelbe Paprika, in 1 mm Streifen geschnitten
          1       grüne Paprika, in 1 mm Streifen geschnitten
          2       Zwiebeln, geschält, halbiert, in 1 mm Streifen
          davon   die Schale, mit heissem Wasser zu einem Tee gekocht
    (?) 2-3 Liter Wasser
      ca .2 l     öl, Sonenblumen- (zum Anbraten)
          3 tl    Salz
 optional 1 el    Johannisbrotkernmehl


          Equipment          
          
          Schneidebrett
          Küchenmesser
          Mörser oder Reibschale
          Kochplatte
          Wok aus Gusseisen
          Pfannenwender
          Gefäß für die geschnittenen Katoffeln
          Gefäß für den geschnittenen Blumenkohl
          Gefäß zum zwischenlagern des gegarten Gemüses
          
          Die Katoffeln mit etwas öl braun braten. Das geht am besten portionsweise, da sich dann die Hitze besser konzentriert und sich die entweichende Feuchtigkeit besser verflüchtigen kann, was eine Bräunung begünstigt.
          Mit den Blumenkohlstielen genau so verfahren. Zum restlichen Blumenkohl geben.
          Chili, Koriander und Cumin zusammen mit öl im Wok anrösten bis sie intensiv aromatisch zu duften beginnen, Blumenkohl und Zwiebelschalentee bereithalten.
          Dann Zeitnah den Blumenkohl und darauf den Tee dazu geben. Der Röstprozess ist nun gestopt. Bitte nicht zuerst den Tee hinzufügen, da dessen ungehinderte Verdampfung mit dem heissen öl zu einer Explosion führen kann. Nun die Hälfte der Katoffeln, Curcuma und Ingwer hinzugeben, ebenso wie genug Wasser, dass das Gemüse zur Hälfte bedeckt ist. Vermengen und abdechen, gelegentlich rühren. Das Wasser löst nun mit der Zeit Stärke aus den Katoffeln und beginnt die Flüssigkeit anzudicken. Wenn die Katoffeln nach etwa 10 Minuten weich sind, die restlichen Katoffeln hinzugeben. Gebe etwas Wasser hinzu, wenn es zu sämig wird. Ist auch der Blumenkohl weich, ist es Zeit, Paprika- und Zwiebelstreifen hinzuzugeben, nach belieben zu Salzen und nochmal kräftig umzurühren.
          Sollte es mit dem Andicken nicht rechtzeitig klappen und die Befürchtung aufkommen, dass das Gemüse für euren Gaumen zu weich wird, kann auch Johannisbrotkernmehl oder ein anderes Verdickungsmittel eingerührt werden. Ich habe selbst dazu gegriffen, da mich die Zubereitungszeit zwei Stunden länger als gedacht, 4 Stunden gekostet hat und hungrige Mäuler mir bereits während des kochens die ein oder andere gebratene Katoffel stibizt haben. Man soll seine Gäste nicht all zu lang warten lassen.
         
          Das Resultat hat allen gut geschmeckt: "Das ist voll gemein. Ich bin eigentlich schon Satt, aber es ist so lecker." Ich sach mal, das warten hat sich gelohnt.
          In diesem Sinne, guten Appetit.
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