Kinderarbeit bei UTZ Zertifiziertertem Kakao
     
          13.12.2014
     
          In der Küche der WAA hat jemand mit Zartbitterschokolade überzogene Marzipanriegel hinterlassen. Der Anblick selbiger aktiviert direkt meine Speicheldrüsen die darauf hin klare Forderungen aufstellen: „Das da, hier rein.“ während sie abwechselnd auf das Marzipan und meine Mundhöle deuten. Ich muss widerstehen, denn Kakaoprodukte deren Ernte vermutlich durch Kindersklaven stattfand boykottiere ich. Mein Mund flutet sich mit Speichel. Nun gut, ich werde mich an die Recherche machen, ob ich auf Vorwürfe oder Hinweise der Kindersklaverei durch UTZ stosse. Wenn ich in einer Stunde noch keinen Vorwurf gefunden habe, schieb ich mir solch einen Riegel rein.
          Meine Recherche ist bereits nach etwa 10 Minuten zuende. Klare Vorwürfe und Videobelege der Kinderarbeit. So ein Mist.
          
          UTZ Certified ist ein von der Stiftung UTZ ausgestelltes Gütesiegel für Agrarprodukte.
                    
          Das UTZ-Programm wurde 1997 durch eine Kaffeerösterei des niederländischen Lebensmittelkonzerns Ahold gegründet. Es nannte sich zunächst "Utz-Kapeh", das ist Quiché (Maya-Sprache) und bedeutet „guter Kaffee“. Das Programm schien sich zu rentieren und so wurde 2002 die Stiftung UTZ gegründet um sich mit Zertifiziertem Kaffee besser auf dem Markt zu etablieren. 2007 wurden mit Kakao, Roibos und Tee neue Märkte erschlossen und die Stiftung zu "Utz certified" umbenannt.
          Auf ihrer Webseite prahlt die Stiftung damit, dass weltweit die Hälfte allen zertifizierten Kaffees das UTZ Siegel trage. Man arbeite gut mit Firmen wie Nestlé, Mars, Tchibo und IKEA zusammen. Das lässt mich stützig werden. Zusammenarbeit mit gewinnorientierten Grosskonzernen und dabei auf Soziales acht geben? Das riecht faul.
          
          Ich stosse auf den zweiten Teil der Dokumentation "Schmutzige Schokolade" von Miki Mistrati. Die Dokumentation bezieht sich auch wie der erste Teil auf die Elfenbeinküste. Im ersten Teil wurde die Praxis der Entführung und Versklavung von Kindern dokumentiert. Der zweite Teil dokumentiert unter anderem, wie auf einer UTZ-zertifizierten Plantage Kinder arbeiten. Vermutlich handelt es sich auch bei diesen Kindern um Kindersklaven.
          
          Das UTZ Siegel ist mir schon oft begegnet und ich habe es bereits intuitiv als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Das war auch gut so. Der Appettit auf Schokolade ist mir derweilen vergangen.
          
          übrigens.
          Auf der UTZ Webseite fand ich eine Liste mit Unternehmen die UTZ zertifizierte Produkte vermarkten. Eine praktische Quelle, denn:
          
          Für den Vertrieb von Kaffee und Kakao aus Kindersklaverei prangere ich folgende Unternehmen und Produkte an:
         Aldi süd
          ,Bahlsen
          ,Balisto
          ,Nestle
          ,Baronie
          ,Brandt
          ,Frey
          ,Cocio
          ,DeBeukelaer
          ,Douwe Egerts
          ,Rübezakl Schokoladen
          ,Gavarny
          ,Griesson
          ,Hema
          ,IKEA
          ,Kaufland
          ,KitKat
          ,Leibnitz
          ,Lidl
          ,Wanner
          ,Migros
          ,Friedel
          ,Pennymarkt
          ,Prinzenrolle
          ,Rewe
          ,Schweitzers
          ,Ritter Sport
          ,Bäko
          ,MyTime.de
          ,Tekrum
          ,Gubor
          ,Caotina
          ,Wurzener
          ,Brinkers
          ,Wander
          ,Smarties
          ,Hans Freitag
          ,Ovomaltine
          ,Chocri
          ,Scho-ka-kola
          ,Salzburg Schokolade
          ,Dallmayr
          ,Tschibo
          ,Senseo
          ,DaSilva
		  ,Petit Bistro
		  ,Cafeclub
		  ,Deli 2 go
		  ,Lavazza
		  ,Caffe Terraviva
		  ,Bellarom
		  ,Burger King
		  ,Zentis
		  ,Xucker
		  ,Norma
Archiv
archiv:
archiv:
2014,
2015,